Diebstahlsicherung | Was tun gegen Diebstahl im Lager?

André Günther21.4.2023

Warenschwund entsteht selten spektakulär. Er summiert sich, Paket für Paket, Werkzeug für Werkzeug, aus dem laufenden Betrieb. In Lager und Logistik geht ein erheblicher Teil davon auf internen Schwund zurück. Attraktive Ware, hohe Fluktuation und lückenhafte Retourenprozesse begünstigen ihn. Metalldetektoren an den Mitarbeiterausgängen sind dagegen ein wirksames Mittel. Bevor das erste Gerät steht, ist aber die rechtliche Frage zu klären. Die Kontrolle der eigenen Beschäftigten greift in Persönlichkeitsrechte ein.

Zuerst die Rechtslage: Kontrollen brauchen eine Betriebsvereinbarung

Tor- und Ausgangskontrollen betreffen das Ordnungsverhalten im Betrieb und sind nach § 87 Absatz 1 Nummer 1 Betriebsverfassungsgesetz mitbestimmungspflichtig; erfasst eine Einrichtung zusätzlich Verhalten oder Leistung, greift Nummer 6. Grundlage ist deshalb eine Betriebsvereinbarung mit dem Betriebsrat, nicht eine pauschale Klausel im Arbeitsvertrag. Das Bundesarbeitsgericht hat die Grenzen 2014 gezogen (Beschluss vom 30. Juli 2014, 1 ABR 2/13). Torkontrollen sind demnach zulässig, wenn sie verhältnismäßig sind. Im entschiedenen Fall genügten Kontrollen an rund 30 Tagen im Jahr, bei denen ein Zufallsgenerator die zu prüfenden Personen auswählte. Vollkontrollen aller Mitarbeiter sind damit weder nötig noch zulässig, körperlicher Zwang ohnehin nicht.

In der Praxis heißt das Stichprobe per Zufallsauswahl statt lückenloser Durchsuchung. Dazu kommen klare Regeln in der Betriebsvereinbarung und eine tragfähige Datenschutz-Grundlage nach Artikel 6 DSGVO. Anlassbezogene Kontrollen bei konkretem Diebstahlverdacht richten sich nach § 26 Absatz 1 Satz 2 BDSG und setzen einen dokumentierten Verdacht voraus. Ein Vorteil der Detektortechnik liegt genau hier. Ein Durchgangsdetektor meldet nur Metall. Er speichert keine Biometrie und erzeugt kein Bild. Ohne Protokollierung der Einzelperson betrieben, ist er die datenschutzfreundlichste Lösung, ein Argument, das im Betriebsrat oft den Ausschlag gibt. § 87 BetrVG im Wortlaut.

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Vorbereitung und flankierende Maßnahmen

Geschultes Sicherheitspersonal behält auffälliges Verhalten im Blick und wendet die Kontrolle innerhalb der vereinbarten Regeln an. Trägerinnen und Träger eines Defibrillators oder Herzschrittmachers sollten ihren Geräteausweis zeigen und können eine Handkontrolle verlangen. Ein Durchgangsdetektor gilt beim zügigen Durchschreiten als unbedenklich. Technik allein senkt den Schwund nicht. Wer transparente Retourenprozesse, klare Leitlinien und faire Arbeitsbedingungen schafft, schließt die organisatorischen Lücken, aus denen Gelegenheitsdiebstahl entsteht.

Ausgangskontrolle und Tascheninhalte

Am Mitarbeiterausgang legen die Beschäftigten Taschen, Rucksäcke und größere Gegenstände auf einen Kontrolltisch. Metallische Gegenstände wie Handy oder Schlüsselbund kommen in ein Ablagefach. Erst dann passieren sie den Detektorrahmen. Schiebetische oder Rollentische mit Behälter halten den Ablauf zügig. Wo Mitarbeiter Handgepäck mitführen, erhöht ein Röntgen-Gepäckscanner die Sicherheit. Er macht den Inhalt sichtbar, ohne dass jede Tasche geöffnet werden muss.

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Überblick behalten: Personen zählen

Das Zählwerk des Durchgangsdetektors zeigt, wie viele Personen sich im Bereich aufhalten, und lässt sich auf die Zählrichtung einstellen. FORWARD ONLY zählt nur Durchgänge in Vorwärtsrichtung, REVERSE ONLY nur in Gegenrichtung, und die Subtraktion verrechnet beide Richtungen gegeneinander. In großen Lagern kommt es auf den Personendurchsatz an. Er muss auch in Stoßzeiten stabil bleiben, ohne dass die Kontrolle zum Nadelöhr wird.

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Diebstahlschutzprogramme statt Dauer-Fehlalarm

Entscheidend für den Betrieb ist die richtige Programmwahl. Der Durchgangsdetektor lässt sich auf die Metalle einstellen, die im jeweiligen Lager eine Rolle spielen. Die Diebstahlschutzprogramme reichen von gut leitenden Metallen wie Schmuck, Computerkomponenten und Münzen bis zu magnetischen, eisenhaltigen Werkzeugen. Höhere Stufen erkennen zunehmend Stahlwerkzeug, senken dafür aber den Durchsatz. Alltagsgegenstände wie Zigaretten- oder Kaugummifolie lassen sich gezielt ausblenden. So bleibt die Fehlalarmrate niedrig und die Kontrolle im Fluss. Endgültige Klarheit bringt im Zweifel die Nachkontrolle mit dem Handdetektor.

Mehrere Standorte zentral steuern

Die Durchgangsdetektoren sind netzwerkfähig. Über das Garrett iC-Modul lassen sich einzelne oder viele Geräte per Ethernet oder WLAN mit einem Rechner verbinden. So überwachen und dokumentieren Sie Durchgänge, Alarme und Einstellungen zentral. Der interne Datenspeicher protokolliert Einstellungsänderungen und Durchgangsverkehr zur Auswertung. Die Steuereinheit lässt sich mit einem VMI-Röntgenscanner koppeln.

Ampelsystem regelt das Tempo

Ein Ampelsystem regelt die Kontrollgeschwindigkeit. Die Symbole Gehen und Warten schalten den nächsten Durchgang erst frei, wenn die vorherige Kontrolle abgeschlossen ist. Die Detektionsgeschwindigkeit ist auf langsam, normal oder schnell einstellbar; eingezeichnete Abstandslinien vor dem Rahmen ordnen den Zulauf.

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Videoüberwachung: nur offen, nicht heimlich

Eine Videoüberwachung ergänzt die Zugangskontrolle, muss aber offen erfolgen und gekennzeichnet sein. Heimliche Überwachung ist bis auf eng begrenzte Ausnahmen bei konkretem Verdacht unzulässig. Schon die sichtbare Präsenz wirkt präventiv und dokumentiert das Geschehen für den Ernstfall.


Praxisbeispiel Diebstahlschutz

Kunde Amazon
Diebstahlschutz an der Auslasskontrolle im Logistikbetrieb.

Anforderung an DTI
Zuverlässige Kontrolle der Mitarbeiter beim Verlassen, ohne den Schichtwechsel auszubremsen.

Lösung
Durchgangsdetektor mit Schiebetisch für Tascheninhalte, ergänzt um die manuelle Kontrolle durch Sicherheitspersonal. Finale Sicherheit bringt der Blick in die Tasche.


Passende Geräte für den Diebstahlschutz

Garrett PD 6500i Dual Optics. Der mikroprozessorgesteuerte Durchgangsdetektor mit Pinpoint-Technologie ortet Metall präzise, unterscheidet Eisen von Nichteisen und erkennt Edelmetalle. Er behält seine Einstellungen auch ohne Strom, braucht keine Kalibrierung nach dem Einschalten und bringt ein Zählwerk mit. Die IP65-Ausführung ist wetterfest und auch im Außenbereich einsetzbar, mit Lenkrollen von einer Person verschiebbar.

Zum Garrett PD 6500i Dual Optics
Zum Garrett PD 6500i IP65

Garrett SmartScan. Der Aufsatz für den Torbogen misst berührungslos die Körpertemperatur während der regulären Kontrolle, ohne zusätzlichen Halt. So wird der Kontrollpunkt zur multifunktionalen Station.

Zum Garrett SmartScan

VMI Spectrum 6040 Röntgenscanner. Für Standorte, an denen Mitarbeiter Handgepäck mitführen. Der Scanner gibt dem Bediener über den Monitor Einblick in Taschen und Gepäck. Materialien trennt er per Farbcodierung, organische Stoffe in Orange, Metall in Blau. Sein 160-kV-Generator liefert die dafür nötige Bildqualität. Die exakte Nachkontrolle übernimmt der Hand-Metalldetektor Garrett Super Scanner V.

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